Neue Artikelserie: grammatikalische Alltagsfehler

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Langsam wird es auffällig – mein Faible für Reihen, Serien und Rubriken. Wen wundert es da noch groß, dass ich schon wieder eine neue Serie einleiten möchte? Sie läuft unter dem Namen „grammatikalische Alltagsfehler“. Wie der Name schon sagt, geht es um Rechtschreib- und Grammatikfehler, die von vielen Menschen gemacht werden und die daher bereits fest in unserer Alltagssprache verwurzelt sind. Man könnte fast meinen, es handelt sich um bekannte bzw. „beliebte“ Schreib- und Sprachfehler.

Warum wird vieles falsch geschrieben?

Das lässt sich gar nicht so genau beantworten. Möglich wären folgende drei Gründe:

  • Schusseligkeitsfehler: Sehr ärgerlich, kommen aber häufiger vor, als man denkt. (Ich erinnere nur an all die vergessenen „i“-Punkte in Deutschaufsätzen.) Flüchtigkeitsfehler schleichen sich ungefragt beim Schreiben ein. Besonders, wenn man sich dem Schreibfluss hingibt und eifrig auf die Tasten hämmert.
  • Schlichte Unwissenheit: Rechtschreib- und Grammatikfehler passieren auch, weil man es einfach nicht besser weiß. Es handelt sich um unbewusste Fehler, die einem deshalb nicht auffallen.
  • Unsicherheit: Schreibt man nun Nirwana oder Nirvana? Muss bei „entweder oder“ ein Komma gesetzt werden oder nicht? – Wer quält sich nicht auch mit solchen Fragen herum? Ist in solchen Fällen das Nachschlagewerk nicht zur Hand, muss man sich zwangsläufig für eine der Varianten entscheiden. Manchmal trifft es dann ausgerechnet die falsche.

Rechtschreibfehler werfen ein schlechtes Licht auf den Texter

Für einen Texter sind tadellose Rechtschreibung und Grammatik ein unbedingtes Muss. Die geschriebene Sprache ist sein Handwerkszeug, sein Arbeitsmaterial, mit dem er sein täglich Brot verdient. Ist dieses von mäßiger Qualität, steht der Text – wenn überhaupt – auf wackligen Beinen. Ähnlich ist es mit dem Zimmermann, der keine krummen Nägel ins Holz schlagen kann – und wenn doch, dann wird die Konstruktion nur von kurzer Dauer sein.

Selbst kleinste Sprach-Schlampereien können die Autorität des Texters untergraben und lassen ihn unprofessionell erscheinen. Dieses Bild überträgt sich auch auf den Auftraggeber, der den Text für seine Zwecke nutzen möchte. Daher sollten Texter ihre Texte unbedingt sorgfältig auf Fehler überprüfen. Die Duden Online-Rechtschreibprüfung kann hier ein hilfreiches Instrument sein. Da dieses Hilfsprogramm aber längst nicht alle Fehler ausfindig macht, sollten Texter wissen, auf welche Schreibvergehen sie bei der Durchsicht der Texte besonders achten müssen.

Auftakt zur Artikelserie „grammatikalische Alltagsfehler“

Die Serie soll die herausragendsten Alltagsfehler einmal genauer unter die Lupe nehmen, damit Texter und andere Schreiberlinge diese besser erkennen und vermeiden können.

Den Anfang macht ein besonders schlimmer Fehler, der sogar schon von den Redakteuren der ZDF „heute show“ begangen wurde. Die Rede ist vom deplatzierten Apostroph. Aber dazu mehr im ersten Teil von „grammatikalische Alltagsfehler“.

 

2017-05-22T16:25:09+00:00 Mittwoch, 4 September 2013|Sprache, Texten|7 Kommentare

Über die Autorin:

Janett Reimann
Ich bin Dienstleisterin rund um Wort und Text. Ausgerüstet mit einem Sinn für Sorgfalt, einem Auge fürs Detail und einer Portion Kreativität korrigiere, lektoriere, optimiere und schreibe ich Texte für Web und Print. In meinem Blog zeige ich Ihnen, wie Sie verständlicher schreiben, Texte leserfreundlich aufbereiten und auf welche beliebten Rechtschreib- und Grammatikfehler Sie achten müssen.

7 Comments

  1. Domenica 07/09/2013 um 19:33 Uhr – Antworten

    Dein kurzer Hinweis auf die vergessenen I-Tüpfelchen hat mich prompt in die Schule zurückversetzt. Ich glaube, ich habe auch zu denen gehört, die diese erst am Ende des Wortes gesetzt haben.
    Komisch, dass ich das schon seit Jahren nicht mehr mache. Oder sagen wir mal: komisch, dass ich früher nicht in der Lage war, meinen Schreibfluss zu unterbrechen.
    Und, schon mal einen halben Fehler im Aufsatz kassiert, weil Pünktchen gefehlt haben? 🙂

    • textschoepfung
      textschoepfung 09/09/2013 um 09:58 Uhr – Antworten

      Zum Thema i-Punkte:
      Tatsächlich? Ich habe mir schon sehr früh angewöhnt, die Punkte über dem I direkt zu setzen. Ich weiß noch, wie meine Grundschullehrerin meinte, wir alle würden ihr einmal dankbar dafür sein. 😀

      Und, schon mal einen halben Fehler im Aufsatz kassiert, weil Pünktchen gefehlt haben?
      Nicht, dass ich mich erinnern könnte. Aber ich weiß, dass es Lehrer gab, die eine Freude daran hatten, alle vergessenen i-Punkte zu markieren. 🙂 Hach, das waren noch Zeiten. Zumindest kann einem dieser Fehler beim Tippen am Computer nicht mehr passieren.

  2. Anja 19/09/2013 um 12:02 Uhr – Antworten

    Hallo Janett,

    in meiner Freizeit lese ich Texte von Freunden für ein Blog und habe mir in diesem Zusammenhang auch schon so viele Fragen zu Rechtschreibung und Grammatik gestellt. Da mein Abitur nun schon über eine Dekade in die Vergangenheit gerückt ist, muss ich sehr viel nachschlagen. Der Duden – im Internet immer griffbereit – ist eine prompte und umfassende Hilfe. Selbst Rechtschreib- und Grammatikregeln sind ausführlich und mit Beispielen erläutert.
    Den Duden habe ich auch zu Rate gezogen, als ich bei deinem ersten Satz intuitiv die Stirn runzeln musste. Und richtig, Faible ist ein Substantiv im Neutrum. So müsste es doch eher „Langsam wird ES auffällig…“ heißen, oder?

    Gruß

    Anja

    • textschoepfung
      textschoepfung 19/09/2013 um 12:12 Uhr – Antworten

      Liebe Anja,

      du hast ein scharfes Auge. Vielen Dank, dass du mich auf diesen (peinlichen) Fehler hingewiesen hast! 🙂 Manchmal entwickelt man eine Betriebsblindheit und sieht nach mehrmaligem Korrekturlesen einfach keine Fehler mehr. Ich bin übrigens auch ein Dauerbesucher auf der Duden-Seite.

      Herzliche Grüße
      Janett

  3. […] Warum wird so vieles falsch geschrieben? […]

  4. Julian 17/11/2017 um 13:07 Uhr – Antworten

    Hallo Janett,

    ich habe erst angefangen deinen Blog so lesen und bin bisher sehr angetan.

    Eine Anmerkung habe ich aber, du benutzt sehr oft den h1-Tag für Überschriften. Es wäre besser den h1-tag pro Webseite nur einmal zu nutzen. Wie ist deine Meinung dazu?

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 25/01/2018 um 16:18 Uhr – Antworten

      Hallo Julian,

      es freut mich, dass Dir mein Blog gefällt! 🙂 Zu Deiner Frage bezüglich des h1-Tags: Da gehen die Meinungen wirklich auseinander. Die einen sagen, nur einmal pro Website, die anderen sagen, kann man mehrfach verwenden, aber nicht übertreiben. Matt Cutts von Google hat sich auch ähnlich darüber geäußert und befürwortet das mehrfache Verwenden des Tags (allerdings nicht das übermäßige):

      Ich benutze das h1-Tag so oft, weil es besser ist für die Barrierefreiheit.

      Viele Grüße

      Janett

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