Grammatikalische Alltagsfehler: (K)ein Komma bei Anrede und Grußformel?

//Grammatikalische Alltagsfehler: (K)ein Komma bei Anrede und Grußformel?

Haben Sie heute schon Ihre E-Mails gelesen? Dann sind Sie diesem grammatikalischen Alltagsfehler mit Sicherheit bereits begegnet. Man findet ihn bei Anreden und Grußformeln von (Geschäfts-)Briefen, E-Mails, Forenbeiträgen, kurzum: bei all jenen Bereichen, wo man sich schriftlich grüßt und verabschiedet. Dort zeigt er sich entweder als fehlendes oder falsch gesetztes Komma.

Falsche Kommasetzung bei Anrede und Grußformel

Wie beim Apostroph und Bindestrich handelt es sich auch hier um einen weitverbreiteten Grammatikfehler. Täglich begegnet er mir mindestens dreimal, völlig gleich, ob ich eine E-Mail oder einen Briefumschlag öffne.

Folgende Briefe bzw. E-Mails, die ich kürzlich erhielt, sollen Ihnen als Anschauung dienen:

Falsche Schreibweise bei Briefanrede
Da haben wir auf der einen Seite eine Anfrage, in der ich mit „[s]ehr geehrte Frau Reimann“ begrüßt werde. Kein Komma weit und breit in Sicht, das Anrede vom Text trennt. Auch beginnt die E-Mail mit Großschreibung – ein klassischer Fehler.
Auf der anderen Seite verabschiedet sich das „DHL Team“ (sic!) „[m]it freundlichen Grüßen,“.
Falsche Kommasetzung bei Grußformel
Falsche Kommasetzung bei Grußformel
Und auch der Geschäftsführer von Amazon-Prime-Instant-Video schließt seinen Werbebrief mit exakt den gleichen Worten (inklusive des grammatikalischen Alltagsfehlers) ab.

 

 

Komma bei Anrede und Grußformel? Ja oder nein?

Googelt man die Begriffe „Komma Anrede Grußformel“, liefert die Suchmaschine sofort 4.500 Treffer. Offensichtlich sind viele Menschen unsicher. Hauptsächlich verantwortlich für die grammatikalische Verwirrung ist der Einfluss der englischen Sprache. Jeder kennt das „kind regards, Mr Letter Writer“ aus englischen Geschäftsbriefen. Hier ist das Komma erlaubt und richtig. Und im Deutschen? Muss hier ein Komma nach Anrede und Grußformel stehen?

Für die ganz ungeduldigen Leser unter Ihnen lautet die kürzeste Antwort auf diese Frage: ja und nein.

  • Ja, nach der Anrede wird ein Komma gesetzt.
  • Nein, nach der Grußformel steht kein Komma (und auch kein anderes Satzzeichen).

Sie hätten es gerne etwas ausführlicher? Dann lassen Sie uns in den nächsten Punkten ein bisschen tiefer in die Materie eintauchen.

Das Komma bei der Anrede

Der Duden erklärt in Regel 132 was darf und was nicht.

Grundsätzlich schreibt man die Anrede im Deutschen mit Komma, danach wird wie gewohnt kleingeschrieben:

Hallo, liebe Leser,

schön, dass Sie mir bis hierher gefolgt sind.

Sehr geehrter Besucher,

ich grüße Sie.

Soll es etwas lockerer und moderner sein, darf man auch das Komma vor dem Namen weglassen:

Guten Morgen[,] liebe Anwesende,

heute geht’s ums Komma.

Man kann die Anrede auch mit Ausrufezeichen abschließen. In diesem Fall wird der Anfang des ersten Satzes großgeschrieben:

Guten Tag, Herr Autor!

Haben Sie Ihr Buch schon fertig?

Liebe Schreibblockade!

Bitte geh dorthin, wo du hergekommen bist.

In der Schweiz wird die Anrede ohne Komma geschrieben. Der nächste Satz beginnt mit Großschreibung:

Sehr verehrte Texterin

Wie viele Wörter haben Sie heute schon geschrieben?

Kein Komma bei der Grußformel

Steht bei der Grußformel ein Komma?

Wer den Duden Band 9, „Richtiges und gutes Deutsch“ (6. Auflage) besitzt, kann ihn mal hervorholen, entstauben und auf Seite 193 unter dem Stichwort „Brief“ nachsehen.

Da steht: „Die Grußformel […] steht ohne Komma“.

Oder Sie sehen sich den Wikipedia-Artikel an und lesen den Absatz „allgemeine Grußformeln“.

Dort heißt es:

„Nach der Grußformel ist im Deutschen kein Satzzeichen zu verwenden, es sei denn [sic!] die Grußformel ist Teil des letzten Satzes, dann gilt die reguläre Zeichensetzung und Groß- und Kleinschreibung; ein Punkt ist jedoch am Ende des Satzes nicht zu setzen.“ (Stand: 17.10.2015)

Satzzeichen wie Punkt, Komma, Ausrufe- oder Fragezeichen haben also bei der Grußformel nichts verloren.

Beispiele:

  • Mit freundlichen Grüßen
  • Viele Grüße von der Ostsee
  • Beste Grüße
  • Herzliche Grüße

Wie ist das nun, wenn die Grußformel zum letzten Satz gehört?

Für Ihr Entgegenkommen bedanke ich mich im Voraus und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Ihre Texterin

Wir wünschen Ihnen alles Gute und verabschieden uns

mit besten Grüßen

Firma ERKLÄRBÄR

Ist die Grußformel Teil des letzten Satzes, wird sie mit einer Leerzeile vom Rest des Satzes abgetrennt und am Anfang kleingeschrieben. Sie endet ohne Punkt.

 

„Grußformel ohne Komma? – Warum das denn?“

(Update: 16.09.2016)

Immer wieder werde ich in den Kommentaren nach dem Warum gefragt. Viele sind überrascht. Sie hatten keine Ahnung. Und überhaupt: Ist es mit Komma nicht logischer und schöner? Das hat mich nachdenklich gemacht. Deswegen habe ich mal etwas nachgeforscht.

Es ist tatsächlich gar nicht so leicht, einen Grund für diese Regel zu finden. Wenn man sich aber systematisch herantastet, wird die Sache etwas klarer.

Was ist die Aufgabe eines Kommas?

In erster Linie setzen wir Kommas, um Sätze grammatikalisch zu gliedern und zu strukturieren. Wir trennen mit ihnen (Neben-)Sätze, machen Wortgruppen, Zusätze und Einschübe etc. kenntlich (siehe Duden, Richtiges und gutes Deutsch, Band 9, 7. Auflage 2011, Seite 525).

Weiter heißt es auf Seite 527 derselben Quelle:

„Ein Komma tritt nur in drei Fällen auf: erstens wenn einzelne Satzglieder selbst Sätze oder satzwertig sind, zweitens wenn Satzglieder aus mehreren Wörtern bzw. Wortgruppen gleicher Art und Funktion bestehen (Aufzählung […]), drittens wenn Sätze oder Satzglieder mit nachgestellten genaueren Bestimmungen u. dgl. […] versehen sind.“

Das bedeutet einfach ausgedrückt, Kommas sorgen für Ordnung, sie unterteilen und zählen Gleichwertiges auf.

Nehmen wir dazu noch Regel 34 aus dem Duden, Handbuch Zeichensetzung, 2. Auflage 2014, Seite 37. Diese besagt:

„Das Komma steht in der Regel nicht nach Sätzen, Satzstücken und einzelnen Wörtern, die im Druck- oder Schriftbild in besonderen Zeilen deutlich herausgehoben werden und inhaltlich selbstständig sind […].“

Zu diesen gehören zum Beispiel die Adresse, einzelne Zeilen einer Tabelle oder Liste (es sei denn, die Aufzählung ist ein zusammenhängender Satz) und eben auch die Grußformel eines Briefes bzw. einer E-Mail.

Die Grußformel steht ohne Komma

Wir halten also fest:

  • Die Grußformel ist kein Satz bzw. satzwertiges Satzglied, keine Aufzählung und auch kein Einschub. Damit gehört sie nicht zum Aufgabenbereich des Kommas und bleibt deswegen kommalos.
  • Die Grußformel ist eine frei stehende, besonders herausgehobene Zeile und steht daher ohne Komma.

Selbst wenn die Grußformel zum letzten Satz gehört, wird sie von diesem abgetrennt in eine eigene Zeile geschrieben und steht auch in diesem Fall ohne Komma.

„Ist doch nur ein Komma, was soll’s“

Manch einer mag nun denken: „Was für eine Erbsenzählerei. Ist doch nur ein Komma! Andere machen das auch falsch. Fällt schon nicht auf!“

Es stimmt, dass dieser Fehler sich den ersten Platz der häufigsten Grammatikfehler zusammen mit Deppenleerzeichen und -apostroph teilt. Aber die Häufigkeit der Verwendung ändert nichts an der Tatsache, dass es ein Schreibfehler ist und bleibt. Im Diktat würde der Deutschlehrer seinen Rotstift zücken und ein fettes Minus verteilen. Nun sind wir nicht mehr in der Schule und der Rotstift kann uns wenig beeindrucken, wohl aber die Meinung unserer Kunden. Denn längst nicht alle Menschen machen diesen Fehler. Und einige schließen von mangelnder Rechtschreibung und Grammatik schnell auf mangelnde Professionalität.

Wenn Sie als Texter arbeiten, viele E-Mails beantworten und (Geschäfts-)Briefe schreiben müssen oder sonst schriftlich mit Kunden korrespondieren, sollten Sie diesen Fehler daher unbedingt kennen und vermeiden.

Was erwartet mich in Teil 5?

Im fünften Teil der Serie geht es um den Bindestrich in Verbindungen mit Fremdwörtern.

 

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2017-05-23T14:03:30+00:00 Donnerstag, 27 März 2014|Sprache|59 Kommentare

Über die Autorin:

Janett Reimann
Ich bin Dienstleisterin rund um Wort und Text. Ausgerüstet mit einem Sinn für Sorgfalt, einem Auge fürs Detail und einer Portion Kreativität korrigiere, lektoriere, optimiere und schreibe ich Texte für Web und Print. In meinem Blog zeige ich Ihnen, wie Sie verständlicher schreiben, Texte leserfreundlich aufbereiten und auf welche beliebten Rechtschreib- und Grammatikfehler Sie achten müssen.

59 Comments

  1. […] Im vierten Teil von grammatikalische Alltagsfehler geht es um das Komma bei Anrede und Grußformel. […]

  2. Winfried Jakobi 08/06/2015 um 12:30 Uhr – Antworten

    Am Ende eines Briefes an die Eltern steht:
    Also, bis bald, liebe Eltern

    Hans

    Frage: Wird hinter Eltern ein Komma gesetzt?

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 08/06/2015 um 12:45 Uhr – Antworten

      Hallo Winfried,

      hinter „Eltern“ steht kein Komma. Ihr Beispiel ist also korrekt. Grußformeln stehen immmer ohne Komma. Es sei denn, sie sind Teil des letzten Satzes. Dann enden sie mit einem Punkt. (Zum Beispiel: „Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

      Janett Reimann“)

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen!

      Beste Grüße
      Janett Reimann

      Edit: Leider habe ich hier einen Teil der Regel falsch interpretiert. Gehört die Grußformel zum letzten Satz, wird sie mit einer Leerzeile abgegrenzt, beginnt mit Kleinschreibung und steht ohne Punkt. Für die Verwirrung entschuldige ich mich.

  3. Karin 09/07/2015 um 16:28 Uhr – Antworten

    Hallo Janett,

    wie sieht es denn mit

    Ich freue mich, bald von Ihnen zu hören.

    Herzlichst(,)

    Ihr
    Max Mustermann

    aus?

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 09/07/2015 um 16:49 Uhr – Antworten

      Hallo Karin,

      auch hier gehört kein Komma hin.

      „Herzlichst“ und „Herzlich“ sind Kurzformen von „Herzliche Grüße“. Alle drei stehen ohne Komma.

      Das Komma und die Grußformel passen im Deutschen nie zusammen. Man darf höchstens einen Punkt setzen, wenn die Grußformel Teil des letzten Satzes ist. Das könnte zum Beispiel so aussehen:

      „Ich freue mich, bald von Ihnen zu hören, und verabschiede mich
      mit freundlichen Grüßen.

      Ihr Max Mustermann“

      Edit: Leider habe ich hier einen Teil der Regel falsch interpretiert. Gehört die Grußformel zum letzten Satz, wird sie mit einer Leerzeile abgegrenzt, beginnt mit Kleinschreibung und steht ohne Punkt. Für die Verwirrung entschuldige ich mich.

  4. Komma 04/08/2015 um 20:02 Uhr – Antworten

    Mir begegnet das „Grusskomma“ in mehr als 9/10 Fällen im beruflichen Schriftverkehr. Schlimm wird’s aber, wenn sich zu der Unwissenheit noch Ignoranz gesellt. Wer weiß wieviele Personaler schon Bewerbungen in der Annahme eines Formfehlers abgelehnt haben mögen, gerade weil der Bewerber kein Komma gesetzt hat nach der Grußformel.;)

    Man muss sich fast fragen, ob es unterm Strich nicht bereits cleverer sein könnte, den Fehler bewusst einzubauen.

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 24/08/2015 um 10:25 Uhr – Antworten

      Das ist wirklich traurig. Erst neulich war ich höchst verwundert darüber, dass ein Bewerbungsportal seinen Besuchern riet, die Grußformel mit einem Komma zu versehen. Das ist schlicht und ergreifend falsch. Ich würde immer dazu tendieren, die deutsche Rechtschreibung einzuhalten. Es gibt immer noch viele Menschen (auch Personaler :)) da draußen, die diesen Rechtschreibfehler kennen.

  5. Thomas 23/09/2015 um 11:47 Uhr – Antworten

    Liebe Janett

    Ich muss Dir leider mitteilen, dass Deine Auffassung teilweise falsch und die Verbreitung daher leichtfertig ist. Ich bin beruflich in der Beratung auch stark mit diesem Thema konfrontiert. Daher Folgendes:

    1.
    Ja, es ist richtig, nach der Grußformel steht kein Komma.

    2.
    Nein, es ist falsch, dass nach der Anrede IMMER ein Komma steht! Ein Lehrer, der dies angeblich anstreicht, hätte wohl im Studium nicht aufgepasst oder nicht nachgedacht.

    Warum ist das so?

    Dazu ist eine historische Betrachtung notwendig, da dieses Problem erst mit der Email Technologie maßgeblich Einzug gehalten hat – aus Deinem Foto schließe ich, dass Du erst im Email Zeitalter geboren bist, also noch sehr jung bist und demnach vorher nie Briefe geschrieben hast.

    Früher haben wir alle Briefe auf Papier geschrieben statt Emails. Die Email ist der Nachfolger und der Ersatz für einen Brief und daher gelten im Grundsatz die identischen Regeln. Beim handschriftlichen Brief haben wir früher die Anrede durch einen Absatz und eine neue Zeile vom Briefinhalt getrennt. Für ein Komma bestand keine Notwendigkeit. So sollte dies auch heute weiterhin gehandhabt werden.

    Leider hat sich durch Faulheit usw. beim Schreiben einer Email (oder auch bei SMS) eingebürgert, dass man alles in einer Zeile bzw. in Fenster wie dieses schreibt. Da man nie einen Brief geschrieben hat, weiss man dies nicht. Hier kommt natürlich schnell der Gedanke auf, die Anrede vom Inhalt der Nachricht durch ein Komma oder gar ein Ausrufungszeichen zu besseren Lesbarkeit zu trennen, was menschlich ist.

    Nimmt man allerdings nach wie vor die Regeln des Briefes zu Hand, ist die Anrede wie hier in dieser Fensternachricht durch einen Absatz und ohne Komma vom Briefinhalt zu trennen.

    Zum Professionalität läßt sich sagen, dass ich dieses daher bei meinen Mitarbeitern und Kunden seit dem Beginn des Internet Zeitalters in den 90ern des 20. Jh. genau umgekehrt werte, wie Du (und meinen Mitarbeitern auch anders beibringe). Diejenigen, die die Anrede durch Komma trennen, wirken in meinen Augen unsicher und/oder sind meistens erst im Email Zeitalter geboren.

    Bitte nimm dies nicht persönlich. Ich bitte Dich aber, in Zukunft nicht noch mehr zur Verwirrung beizutragen, in dem Du dies weiter verbreitest. Vielen Dank!

    Mit besten Grüßen

    Dr. Thomas M.

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 03/10/2015 um 18:09 Uhr – Antworten

      Hallo lieber Thomas,

      vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Vielleicht soviel zum Einstieg: Ich bin Jahrgang 1985 – also nicht mehr ganz so jung. Meine erste E-Mail-Adresse habe ich mir erst zu Beginn meines Studiums vor ziemlich genau zehn Jahren erstellt – E-Mails schreibe ich also noch nicht sehr lange.

      In meiner Jugend hatte ich viele Brieffreunde: Ich habe also auch schon ganz „altmodisch“ Briefe mit Füller, Tinte und schmerzendem Handgelenk geschrieben. Und auch wenn Briefe und E-Mails heute am Computer geschrieben werden, so hat man sich doch an die formalen Regeln zu halten. Womit wir beim Thema wären:

      Im Blogbeitrag gebe ich nicht meine Auffassung wieder, sondern den aktuellen Stand der deutschen Rechtschreibung. Und dieser besagt laut Duden, dass nach der Anrede im Deutschen ein Komma steht. Auch die gängigen DIN-5008-Richtlinien sehen ein Komma nach der Anrede vor – und das habe ich auch schon so in meiner Schulzeit in den 90ern gelernt.

      Sofern Du nicht in der Schweiz lebst, gehört das Komma auf jeden Fall zur Anrede.

      Herbstliche Grüße

      Janett

      • Kein Dr. 20/05/2017 um 18:37 Uhr – Antworten

        Respekt für Ihre besonnene Antwort, Janett! 🙂

    • Paul 13/01/2017 um 08:51 Uhr – Antworten

      Hallo Thomas,

      ich beschäftige mich mit historischen Texten, wozu auch Briefe gehören. In all jenen Briefen steht nach der Anrede ein Komma oder ein Punkt.

      Gruß
      Paul

    • Kein Dr. 20/05/2017 um 18:30 Uhr – Antworten

      Herr Dr. Thomas M.,

      was für ein dümmlicher, peinlicher, überheblicher und selbstherrlicher Kommentar!

      1. Ihr konsequenter „Einsatz“ von Leerzeichen in Komposita („Deppenleerzeichen“) – „Email Technologie“, „Email Zeitalter“, „Internet Zeitalters“ – sowie die zahlreichen anderen Fehler – „zu besseren Lesbarkeit“, „zu Hand“, „Zum Professionalität“, „läßt sich sagen“, „umgekehrt werte, wie Du“ – disqualifizieren Sie von vornherein als ernst zu nehmenden Ratgeber.

      2. Die Regeln für Rechtschreibung und Grammatik gelten vollkommen unabhängig davon, ob Texte in „Fenster wie dieses“ als „Fensternachricht“ (auch Kommentar genannt) eingegeben oder traditionell zu Papier gebracht werden.

      3. „Da man nie einen Brief geschrieben hat, weiss man dies nicht.“ „[…] was menschlich ist.“ „Diejenigen, die die Anrede durch Komma trennen, wirken in meinen Augen unsicher und/oder sind meistens erst im Email Zeitalter geboren.“ „Bitte nimm dies nicht persönlich. Ich bitte Dich aber, in Zukunft nicht noch mehr zur Verwirrung beizutragen, in dem Du dies weiter verbreitest. Vielen Dank!“ Hoffentlich finde ich die den Button zum Absenden meines Kommentars noch unter der ganzen K**** …

  6. niko 13/10/2015 um 11:44 Uhr – Antworten

    ein guter artikel, der meine unsicherheiten diesbezüglich ausräumt. ich stand zuletzt mit einem lektor in kontakt, der seine grußformel mit komma versehen hat und mich an meinem eigenen verständnis zweifeln ließ. nun kann ich es selbstsicher weglassen 🙂

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 17/10/2015 um 22:37 Uhr – Antworten

      Hallo Niko,

      vielen Dank für Ihren Kommentar! Es freut mich, dass Ihnen der Beitrag weiterhelfen konnte!

      Viele Grüße

      Janett

  7. diane 17/10/2015 um 12:09 Uhr – Antworten

    Ihre Aussage: „Ist die Grußformel Teil des letzten Satzes, endet sie mit einem Punkt.“ läuft dem ebenfalls von ihnen zitierten Eintrag in der Wikipedia entgegen, wo es heißt: „es sei denn die Grußformel ist Teil des letzten Satzes, dann gilt die reguläre Zeichensetzung und Groß- und Kleinschreibung; ein Punkt ist jedoch am Ende des Satzes nicht zu setzen.“

    Was denn nun, Punkt oder Komma oder weder noch?

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 17/10/2015 um 22:20 Uhr – Antworten

      Liebe Diane,

      herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Er hat mich dazu bewogen, mich noch einmal in die Thematik einzulesen. Dabei habe ich leider festgestellt, dass ich die Regel bisher falsch interpretiert habe. Ich habe den Artikel im März 2014 geschrieben. Auf der Suche nach Beispielen für den Fall, dass die Grußformel zum letzten Satz gehört, stieß ich auf Wikipedia. Da ich bei meinen Recherchen nichts Gegenteiliges finden konnte, erschien mir der Punkt am Ende der Grußformel in diesem Fall als schlüssig – schließlich gehört sie ja zum Satz.

      Ein Trugschluss.

      Wikipedia hat laut Bearbeitungsverlauf den Fehler im August dieses Jahres korrigiert. Ich korrigiere meinen jetzt. Abgesichert habe ich mich durch den Duden-Ratgeber „Briefe gut und richtig schreiben“ (4. Auflage, 2006, S. 48): Hier steht zwar nicht explizit, dass die Grußformel, wenn sie zum Satz gehört, ohne Punkt steht – laut Beispiel ist dies aber der Fall.

      Ich fasse noch mal zusammen:

      Gehört die Grußformel zum letzten Satz, wird sie mit einer Leerzeile abgegrenzt, beginnt mit Kleinschreibung und steht ohne Punkt.

      Ich möchte mich nochmals für den Hinweis bedanken und entschuldige mich für die Verwirrung. Ich werde mich in Zukunft noch genauer absichern. 🙂

      Liebe Grüße

      Janett

  8. Marila 18/10/2015 um 23:09 Uhr – Antworten

    Hallo Janett,

    wie verhält es sich mit der Punktsetzung, wenn die Grußformel in einen eigenständigen Satz integriert ist?

    Beispiel:
    Ich wünsche dir einen schönen Tag und sende herzliche Grüße – hier Punkt/kein Punkt? (Es folgt der Name des Wünschenden und Grüßenden.)

    Meine Auffassung: Hier endet der Satz mit einem Punkt. Oder?

    Herzliche Grüße

    Marila

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 19/10/2015 um 11:36 Uhr – Antworten

      Hallo Marila,

      vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Die Grußformel steht immer ohne Satzzeichen. Das heißt auch in Deinem Beispiel darf kein Punkt gesetzt werden. Die richtige Schreibweise sieht so aus:

      „Ich wünsche dir einen schönen Tag und sende

      herzliche Grüße

      NAME“

      Bitte beachte in diesem Fall auch die Kleinschreibung am Anfang der Grußformel.

      Viele Grüße

      Janett

      • Marila 22/10/2015 um 03:53 Uhr – Antworten

        Hallo Janett,

        ich danke Dir für die Klarstellung.

        Viele Grüße

        Marila

      • Markus 16/09/2016 um 09:35 Uhr – Antworten

        In meinen Augen wurde hier falsch interpretiert. Die Grußformel steht eben nicht immer ohen Satzzeichen. Wenn die Grußformel teil des letzten Satzes ist, gilt die reguläre Zeichensetzung und dann scheint mir wohl ein Komma nach der Grußformel sinnvoll.

        Ich freue mich von Ihnen zu hören und verbleibe
        mit den besten Grüßen,

        Max Mustermann

        gleichwohl

        Beste Grüße

        Max Mustermann

        • Janett Reimann
          Janett Reimann 16/09/2016 um 16:46 Uhr – Antworten

          Lieber Markus,

          vielen Dank für Ihren Kommentar!

          Die Grußformel steht in jedem Fall immer ohne Komma. Es gibt keine Ausnahme. 🙂 Ich habe Ihren Kommentar einmal als Anlass genommen, dem Warum nachzugehen und meinen Blogartikel dieszbezüglich upzudaten. Lesen Sie hier mehr.

  9. Martin 16/11/2015 um 16:34 Uhr – Antworten

    Hallo Janett,

    ich möchte die Grußformel und den Namen gerne in einer Zeile unterbringen, was sagen Sie hierzu:

    Mit den allerbesten Grüßen, Martin

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 16/09/2016 um 23:11 Uhr – Antworten

      Hallo Martin,

      das ist wohl die späteste Antwort aller Zeiten. Leider hatte ich einige Kommentare versehentlich „gelöscht“. Sie sind mir heute bei der Wartung meiner Website erst aufgefallen. Ich möchte Ihnen dennoch auf Ihre Frage antworten:

      Ich würde Ihnen empfehlen, die Schreibweise mit Komma wenn, dann nur im privaten Bereich zu verwenden zum Beispiel beim Chatten oder per SMS, wo man die Grußzeile und die Unterschrift meist nicht in eine eigene Zeile setzt. Überall sonst würde ich immer auf die geltende Rechtschreibung zurückgreifen und die Grußzeile ohne Komma schreiben.

      Viele Grüße

      Janett

  10. Philipp 22/01/2016 um 14:00 Uhr – Antworten

    Schön wäre eine Begründung, WARUM hinter der Grußformel kein Komma stehen „darf“.

    Ich habe eben von meiner Kollegin zum ersten Mal davon gehört, nachdem ich seit mindestens 20 Jahren ein Komma setze (damit scheidet m.E. das Englische Pendant als Begründung aus, denn vor 20 Jahren hat das Englische hierzulande die Wenigsten interessiert). Also habe ich nun ein bisschen gegoogelt, und überall heißt es nur: „Komma in Grußformel ist falsch!“ Als „Beweis“ wird der Duden angeführt; nur ist der Duden nun mal nicht der Papst. Nur weil der Duden etwas schreibt, muss es noch lange nicht stimmen.

    Also, gibt es eine linguistische bzw. ortografische Erklärung?

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 16/09/2016 um 22:59 Uhr – Antworten

      Hallo Philipp,

      vielen Dank für Ihren Kommentar und entschuldigen Sie bitte die unfassbar späte Antwort. Ich hatte leider versehentlich einige Kommentare in den Papierkorb verschoben und sie heute erst entdeckt.

      Ihre Frage wird häufig gestellt, daher habe ich meinen Blogbeitrag diesbezüglich ergänzt. Sehen Sie mal hier. Vielleicht hilft Ihnen diese Erklärung etwas weiter.

      Beste Grüße

      Janett

  11. Mario 25/01/2016 um 11:39 Uhr – Antworten

    Hallo Janett

    In und für Deutschland korrekt. Kein Komma nach der Anrede und den ersten Satz gross begonnen lässt auf einen Schweizer Absender schliessen. Hier ist es durchaus korrekt und der Text könnte allenfalls dentsprechend ergänzt werden.

    Freundliche Grüsse
    Mario

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 16/09/2016 um 22:41 Uhr – Antworten

      Hallo Mario,

      tut mir sehr leid für die unglaublich späte Antwort. Ich habe heute bei der Wartung festgestellt, dass einige Kommentare unbeantwortet im Papierkorb lagen. 🙁 Deiner war einer davon.

      Danke für den Hinweis! Dass für die Anrede in der Schweiz andere Regeln gelten, erwähne ich bereits im Beitrag ganz am Ende des Punkts Das Komma bei der Anrede.

      Viele Grüße

      Janett

  12. Timo 20/02/2016 um 00:17 Uhr – Antworten

    Sehr geehrte Frau Reimann,

    ein Arbeitskollege hat mich kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass nach der Grussformel kein Komma gesetzt werden darf. Beim Googlen, um diese Behauptung zu bestätigen, bin ich auf Ihre Seite gestossen. Ausführlich erläutern Sie, dass in der Tat kein Komma gesetzt werden darf. Was mich allerdings interessieren würde: Was ist die Begründung des Duden dafür? Beim „Deppenleerschlag“ und manchen anderen Regelverletzungen sind die Nachteile für den Leser offensichtlich. Aber hier?

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 16/09/2016 um 22:31 Uhr – Antworten

      Hallo Herr Rager,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Leider sehe ich ihn erst jetzt. Ich hatte ihn wohl aus Versehen zusammen mit einer Handvoll anderen in den Papierkorb verschoben. 🙁

      Zu Ihrer Frage: Ich habe mir heute einmal die Zeit genommen und meinen Blogartikel diesbezüglich ergänzt. Schauen Sie mal hier. Vielleicht hilft Ihnen diese Antwort weiter.

      Mit besten Grüßen

      Janett Reimann

  13. Simon 08/03/2016 um 10:58 Uhr – Antworten

    Hallo Janett,

    eine Unsicherheit meinerseits, auf die ich beim Lesen deines Artikels mal wieder aufmerksam wurde, ist die Groß-/Kleinschreibung in Zitaten. Meines Wissens nach müsste die Originalschreibweise doch auch dann beibehalten werden, wenn ich das Zitat in einen eigenen Satz einbaue. Also war die Grußformel des DHL Teams meiner Meinung nach „Mit freundlichen Grüßen,“. Oder irre ich mich hier?

    Entschuldige bitte das neue Fass, das ich durch meine Anfrage möglicherweise öffne…

    Viele Grüße

    Simon

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 16/09/2016 um 22:23 Uhr – Antworten

      Hallo Simon,

      tut mir sehr leid, dass ich Dir so spät erst antworte. Dein Kommentar lag leider die ganze Zeit ungesehen im Papierkorb.

      Du hast natürlich vollkommen recht, dass die Originalschreibweise im Zitat beibehalten werden muss. Grammatikalische Anpassungen gehören in eckige Klammern. Das habe ich in meinem Beitrag leider verschludert. Vielen Dank für den Hinweis und kein Grund sich zu entschuldigen! 🙂

      Beste Grüße

      Janett

  14. Simon 08/03/2016 um 11:02 Uhr – Antworten

    P.S.: Ich meine natürlich „Meines Wissens“ ohne „nach“ 😉

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 16/09/2016 um 22:23 Uhr – Antworten

      Gut aufgepasst. 🙂

    • Peter Mustroph 21/10/2016 um 19:01 Uhr – Antworten

      Hallo Janett,

      kürzlich behauptete meine Enkelin (5. Klasse), dass nach einer Grußformel immer ein Komma gesetzt werden muss. Sie sagte, sie habe das so im Deutschunterricht gelernt und bewies es mir mit ihrem Deutschbuch (Cornelsen, Klasse 5, 1. Auflage, 1.Druck, 2011).
      Seite 31: Liebe Grüße,
      Selbst in Arbeitsblättern zu diesem Thema taucht dieser Fehler auf.

      Beste Grüße

      Peter

      • Janett Reimann
        Janett Reimann 26/10/2016 um 15:57 Uhr – Antworten

        Hallo Peter,

        das macht mich ehrlich gesagt ziemlich sprachlos und ich bin auch ein bisschen enttäuscht vom guten alten Cornelsen-Lehrbuch. Da hat sich dieser grammatikalische Alltagsfehler wohl auch in die Cornelsen-Redaktion eingeschlichen. Was fatal ist, weil er sich nun noch weiter ausbreiten wird. 🙁

        Ich habe leider meine alten Deutschlehrbücher aus den unteren Klassen nicht mehr, besitze aber noch mein Cornelsen-Lehrbuch aus der Oberstufe. Hier wird die Grußformel nicht explizit behandelt, es gibt aber einen Abschnitt über Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. In dem dort abgebildeten Musteranschreiben steht die Grußformel, vollkommen korrekt, ohne Komma (Texte, Themen und Strukturen, Deutschbuch für die Oberstufe, 1. Auflage 1999, Seite 429).

        Vielleicht schreiben Sie der Redaktion mal eine nette E-Mail und machen sie auf den Fehler aufmerksam? Einen Versuch wäre es wert. 🙂

        Herzliche Grüße und vielen Dank für Ihren Kommentar

        Janett

  15. Inka 02/01/2017 um 00:07 Uhr – Antworten

    Hallo Janett,
    das Komma nach der Grußformel lasse ich inzwischen weg, obwohl es vor dem digitalen Zeitalter üblich und korrekt war. Allerdings trenne ich meine Grüße in Kurznachrichten weiter von meinem Namen, wenn Grußformel und Name in derselben Zeile stehen. Ist das korrekt?
    Herzliche Grüße
    Inka

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 05/01/2017 um 16:41 Uhr – Antworten

      Hallo Inka,

      vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Meines Wissens blieb die Regelung bezüglich der Grußformel in den letzten Rechtschreibreformen unangetastet. Ich wüsste nicht, dass der Briefschluss im Deutschen je mit Komma gestanden hat. Als ich Anfang der 1990er Jahre Schreiben lernte, war das jedenfalls noch nicht der Fall. Und das war zu einer Zeit, als noch kaum einer das Internet kannte.

      In Kurznachrichten, in denen der Gruß nicht in einer eigenen Zeile steht, könnte man zur Verdeutlichung einer Sprechpause wohl ein Komma setzen. Streng genommen ist das aber nicht korrekt. Um dem zu entgehen, könntest Du auch einfach „Liebe Grüße wünscht NAME“ oder „Es grüßt dich ganz lieb Deine NAME“ schreiben. 🙂

      Liebe Grüße und Dir noch ein glückliches und gesundes neues Jahr

      Janett

  16. Lew 23/03/2017 um 11:02 Uhr – Antworten

    Hallo!

    Wie verhält es sich mit meiner stets beliebten Kombination:


    Sehr geehrte/r Frau/Herr Mustermann.

    Wir bitten um eine Auftragsbestätigung, da wir…

    Darf ich also auch einen Punkt verwenden?
    Ich schreibe danach ja auch groß weiter…

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 23/03/2017 um 16:44 Uhr – Antworten

      Hallo Lew,

      in Ihrem Beispiel darf kein Punkt gesetzt werden. Die Anrede steht nie mit Punkt. Wenn Sie aus der Schweiz kommen, dürfen Sie den Punkt weglassen und müssen groß weiterschreiben, also so:

      „Sehr geehrte/r Frau/Herr Mustermann

      Wir bitten um eine Auftragsbestätigung, da wir …“

      Genau kann ich es Ihnen leider nicht sagen, aber ich vermute, dass die Anrede in der Schweiz auch als frei stehende Zeile aufgefasst wird. Möglicherweise wird deswegen danach auch groß weitergeschrieben.

      Beste Grüße

      Janett

  17. Lew 24/03/2017 um 09:26 Uhr – Antworten

    Sehr geehrte Frau Reimann,

    dies wird schon eine kleine Umstellung für
    mich bedeuten, am schlimmsten ist jedoch
    die Tatsache, dass meine Freundin mal
    wieder Recht hat. 😉 Aber ich werde es
    ihr dennoch gerne mitteilen, dies wird
    sie mit Sicherheit für die kommenden
    Tage glücklich machen.

    Vielen Dank!

    Mit besten Grüßen

    Lew

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 28/03/2017 um 15:27 Uhr – Antworten

      Guten Tag Lew,

      ich hoffe, Sie gewöhnen sich schnell an diese Umstellung. Wie ich Ihrem Kommentar entnehme, sind Sie auf dem richtigen Weg. 🙂 Ich freue mich auch, dass ich mit meinem Kommentar dazu beitragen konnte, eine kleine Meinungsverschiedenheit beizulegen.

      Nichts zu danken und viele Grüße

      Janett

  18. Winfried Jakobi 28/03/2017 um 16:20 Uhr – Antworten

    Hallo Janett,

    Viele Grüße an euch beide
    euch beiden wünsche ich…

    beide, bzw. beiden groß oder klein???

    Danke Janett.

    Viele Grüße

    Winfried

    • Kein Dr. 20/05/2017 um 19:08 Uhr – Antworten

      Zwar bin ich nicht Janett, dennoch erlaube ich mir, auf Ihre Frage zu antworten, Winfried.

      Die beiden Wörter „beide“ und „beiden“ gehören zur Gruppe der Pronomen und Zahlwörter und werden beide immer kleingeschrieben. 😉
      Siehe dazu: „Duden – Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle: Richtiges und gutes Deutsch“.

      Übrigens müsste es in Ihrem Kommentar „viele Grüße […]“, „[…] wünsche ich …“, „‚beide‘ bzw. ‚beiden‘ […]“ sowie „Danke, Janett.“ heißen.

    • Thomas 15/06/2017 um 14:34 Uhr – Antworten

      Wie hier http://www.duden.de/rechtschreibung/beide zu entnehmen ist, wird „beide“ immer klein geschrieben.

  19. Nania 31/10/2017 um 17:20 Uhr – Antworten

    Ich bin mal so dreist:
    Diese Regel ist definitiv veraltet und es hält sich kaum einer dran. Ich habe viel geschrieben, viele Briefe, viele E-Mails. In der Schule hat mir NIE ein Lehrer angestrichen, dass ein Komma hinter einer Abschiedsformel falsch ist. Nie hat mir irgendjemand gesagt, dass da kein Komma hingehört, im Gegenteil.

    Der Duden ist, wie jemand anderes schon formulierte, nicht der Papst. Der Duden sollte abbilden, welche Worte und grammatikalischen Eigenarten in der deutschen Sprache genutzt werden, weshalb ja auch der Unterschied zwischen „dasselbe“ und „das Gleiche“ nach dem Duden nicht mehr existiert, das Deppenapostroph aber aber vielen Stellen in Eigennamen zugelassen wird. Auch wenn „Stella’s Pizza“ einfach völlig falsch ist.
    Dahingegend empfinde ich, dass die Tatsache, dass die meisten E-Mails, die ich erhalte, die meisten Briefe, die ich erhalten, mit einem „Mit freundlichen Grüßen,“ enden – und ja, auch von sonst sehr peniblen Professoren, dazu beitragen sollte, dass diese Regel definitiv entfällt. Ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen (!), dass die allermeisten Menschen in Deutschland es bei den Abschiedsformel es genauso handhaben. Ich empfinde es persönlich sogar als „falsch“, es nicht zu tun. Sieht für mich auch immer noch falsch aus.

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 25/01/2018 um 16:53 Uhr – Antworten

      Hallo Nania,

      danke für Deine Meinung. Die Regel ist noch nicht veraltet. Immerhin findet man sie noch in den gängigen Rechtschreibratgebern (und zu meiner Schulzeit habe ich auch gelernt, dass die Grußformel ohne Komma steht). Du hast recht, dass der Duden nicht der Papst ist. Aber er bildet nun mal die Grundlage für eine einheitliche Schreibweise, die gerade für mich als Lektorin und Texterin äußerst wichtig ist. Darum halte ich mich daran, was im Duden steht. Es kann durchaus sein, dass in ein paar Jahren die Grußformel mit Komma korrekt sein wird, aber solange dies nicht vom Duden oder vom Rat der deutschen Rechtschreibung explizit so gesagt wird, ist und bleibt eine Grußformel, die mit Komma steht, ein Rechtschreibfehler.

      Dasselbe und das Gleiche ist übrigens nicht das Gleiche. Der Duden macht schon noch einen Unterschied, macht aber darauf aufmerksam, dass das Gleiche oft umgangsprachlich für dasselbe benutzt wird.

      Viele Grüße

      Janett

  20. Mirko 08/11/2017 um 12:45 Uhr – Antworten

    Hallo,

    ich schreibe bisher gern in meinen persönlichen Emails einfach:

    Grüße, Mirko

    Wie finden Sie das?

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 25/01/2018 um 16:36 Uhr – Antworten

      Hallo Mirko,

      streng genommen ist das falsch. Ich würde diese Schreibweise wirklich nur privat verwenden, vor allem dann, wenn es mir nicht oder nur schlecht möglich ist, eine Leerzeile einzufügen (wie z. B. bei SMS). Du kannst dem ausweichen, indem Du einfach schreibst: Grüße sendet Dein Mirko. 🙂

      Gruß

      Janett

  21. andre 08/11/2017 um 17:25 Uhr – Antworten

    Hallo Janett,

    habe zwei fragen!
    bei einen Brief wird der Ort und datum mit Komma oder den geschrieben?
    Also Ort den, datum oder Ort, datum?
    und bei der Grußformel wenn ich schreibe mit freundlichen Gruß dein Name mit oder ohne Komma?

    danke für deine Hilfe

    Andre

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 25/01/2018 um 16:33 Uhr – Antworten

      Hallo Andre,

      wie Du das Datum im Brief schreibst, bleibt Dir überlassen. Es stehen folgende Möglichkeiten zur Auswahl:

      Burgwedel, den 25. Januar 2018
      Burgwedel, [den] 25.01.2018
      Burgwedel, 25. Jan. 2018
      Burgwedel, am 25.01.2018
      Burgwedel, im Januar 2018

      Bei internationalen Datumsangaben musst Du Jahr, Monat und Tag durch Bindestriche trennen.

      Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.

      Gruß

      Janett

  22. Linda 10/11/2017 um 00:00 Uhr – Antworten

    Hallo liebe Janett,

    vielen Dank für deinen aufschlussreichen und zugleich lustigen Artikel! Immerhin kann ich jetzt wieder etwas lachen. Habe mich vorhin mit meinem Partner wegen eines gemeinsamen Schreibens über das Komma hinter der Anrede fürchterlich in die Wolle gekriegt. Dank dir weiß ich auch warum.

    Liebe Grüße
    Linda, in einer deutsch-schweizer Beziehung lebend *lach*

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 25/01/2018 um 16:23 Uhr – Antworten

      Hallo Linda,

      danke für Deinen Kommentar und das Lob! Oje, ich hoffe, der Haussegen ist wiederhergestellt. 🙂 Macht es doch so: Wenn das Anschreiben an jemanden in der Schweiz gerichtet ist, dann schreibt die Anrede ohne Komma. Ist es an jemanden in Deutschland gerichtet, dann besser mit.

      Viele Grüße

      Janett

      • Linda 25/01/2018 um 17:45 Uhr – Antworten

        Genau so machen wir es seit dem! 😀
        Liebe Grüße
        Linda

  23. mary 17/01/2018 um 17:45 Uhr – Antworten

    Was ist mit dieser Grußformel? Kein Punkt dahinter?

    Besten Dank und viele Grüße

    Hans-Werner

  24. Manfred Zindel 04/02/2018 um 22:00 Uhr – Antworten

    Hallo Jannett,
    seit den Kolumnen des „Zwiebelfisch“ in Spiegel-Online und seinem Bestseller über den Tod des Genetivs finde ich das Thema „korrektes Deutsch“ spannend. Es mischt sich mit Sorge. Denn Sprache ist Konvention, und wenn alle denselben Fehler machen, ist das Falsche von nun an richtig.
    Ein Beispiel: Wie viele von uns gelernt haben, heißt „common sense“ auf Deutsch „gesunder Menschenverstand“. Da hört man dann aber in einem Radiointerview einen Polit-Promi erklären: „Das ist bei uns common sense!“ Er meint: Einigkeit, also einheitliche, gemeinsame Meinung. Andere plappern das nach, und in letzter Zeit hört man es immer häufiger so. Nach und nach wird es richtig, denn man kann so reden und verstanden werden.
    Ein anderes Beispiel: „Wir müssen in Digitalisierung investieren, immer weniger Leute lesen eine analoge Zeitung.“ Was, bitte, ist an einer gedruckten Zeitung analog? Das Wort hieß früher so viel wie „strukturähnlich“, und in der Messtechnik meint man damit die Darstellung von Messgrößen durch eine längen- oder intensitätsäquivalente Anzeige – etwa die (frühere) Länge einer Quecksilbersäule für die Temperatur. Und jeder Techniker weiß, was ein Analog-Digital-Wandler ist. Trotzdem der Polit-Spruch: „Wir müssen die Schule digitalisieren, damit die Schüler nicht mehr analog denken!“
    Also: Wenn alle denselben Unfug reden, dann hört der Unfug auf, Unfug zu sein.
    Wozu sollen wir uns also noch Mühe geben?
    Manfred

    • Janett Reimann
      Janett Reimann 05/02/2018 um 16:35 Uhr – Antworten

      Hallo Manfred,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich verstehe, was Du sagen möchtest, allerdings funktioniert meiner Meinung nach Sprache ohne einheitliche Regeln nicht. Sonst würden wir alle schreiben, wie wir wollen. Das gäbe ein heilloses Durcheinander. Ich finde auch, Mühe sollte man sich immer geben. Man möchte doch einen guten Eindruck hinterlassen. Schließlich machen längst nicht alle diese Rechtschreib- und Grammatikfehler.

      Viele Grüße

      Janett

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